Die gelbe Schleife für Warendorf

Am Mittag des 18.11.2018 fand im Nachgang der Gedenkfeierlichkeiten anlässlich des diesjährigen Volkstrauertages die Zeremonie der Übergabe der gelben Schleife durch den FUAV an die Stadt Warendorf im alten Rathaus Warendorfs statt.

Diesem Festakt ging ein Gespräch unseres Vorsitzenden Major Stephan Wüsthoff mit Bürgermeister Axel Linke voraus, bei dem Wüsthoff die Aktion „Gelbe Schleifen in die Rathäuser“ vorstellte. Ziel der Aktion ist es unter anderen ist die Bekanntmachung der gelben Schleife, die als Symbol für Solidarität und (politisch unabhängige) Verbundenheit mit den Menschen der Bundeswehr steht.

Bürgermeister Axel Linke nahm die Idee begeistert auf und setzte sie am Volkstrauertag mit unserem Förderverein in die Tat um.

So waren an diesem Tag nicht nur der Vorsitzende und sein Stellvertreter sowie der Bürgermeister der Stadt Warendorf zusammengekommen, sondern auch unsere Schirmherrin Frau Generalstabsarzt Dr. Gesine Krüger in Begleitung Ihres Ehemannes und Vertreter des Rates der Stadt Warendorf. Seitens der Bundeswehrdienststellen vor Ort wurde die Übergabe durch den Kommandeur der Sportschule Oberst Michael Maul und dem Leiter des Zentrums für Sportmedizin Oberstarzt Dr. Lison begleitet.

Nach den einleitenden Worten des Bürgermeisters und einer historisch herleitenden Rede des Leiters der Sportschule zur gelben Schleife, stellte unsere Schirmherrin mit ihrer Rede (siehe unten) die Arbeit und die Ziele des Vereins anschaulich dar. Anschließend nahm Bürgermeister Axel Linke die Gelbe Schleife freudig aus den Händen unserer Schirmherrin entgegen.

Bürgermeister Linke sicherte allen Anwesenden zu, dieses sichtbare Zeichen der Solidarität mit und Wertschätzung gegenüber den Menschen in der Bundeswehr an herausgehobenen Plätzen im neuen und im alten Rathaus auszuhängen.

 Übergabe der „Gelben Schleife“ (v. l.) O Michael Maul, OTA Dr. Andreas Lison,  M Stephan Wüsthoff, GSA Dr. Gesine Krüger, Martin Schäpermeier, Bürgermeister Axel Linke, Andrea Blacha, Hermann Temme, H Stefan Fiedler und Beate Janninhoff. Quelle: Niels-Peter Wissmann

Gleichzeitig ließen es sich die anwesenden Ratsmitglieder nicht nehmen, unseren Förderverein mit 60 € zu unterstützten. Wir möchten uns an dieser Stelle bei der Stadt Warendorf für diese Spende und ihre Solidarität mit den Menschen der Bundeswehr recht herzlich bedanken.

Rede unserer Schirmherrin (es gilt das gesprochene Wort)

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Linke, vielen Dank für Ihre freundlichen einleitenden Worte.

Sehr geehrte Ratsmitglieder der Stadt Warendorf, sehr geehrter Herr Oberst Maul, sehr geehrter Herr Oberstarzt Dr. Lison, sehr geehrter Herr Oberstleutnant Vogelmann, liebes Team FUAV, liebe Vertreter der Presse, es ist mir eine große Ehre und Freude, das Wort heute an Sie richten zu dürfen.

Auch wenn ich heute Generaloberstabsarzt und Kommandeurin der Sanitätsakademie der Bundeswehr in München bin, und somit keine direkte dienstlichen Verbindung mehr nach Warendorf habe, so ist mir dieser Standort durch meine Vorverwendungen – zuletzt als direkte Vorgesetzte des Zentrums für Sportmedizin – und durch meine ehrenamtliche Aufgabe als Schirmherrin des Fördervereins zur Unterstützung der Arbeit mit Versehrten am Standort Warendorf e.V. – Kurzform FUAV – dauerhaft sehr ans Herz gewachsen.

Unser als gemeinnützig anerkannter Förderverein besteht seit Anfang 2014.  Zweck des Vereins ist die ideelle und finanzielle Förderung der Arbeit mit Versehrten und vergleichbaren Patientinnen und Patienten der Bundeswehr am Zentrum für Sportmedizin der Bundeswehr und der Gruppe „Sporttherapie nach Einsatzschädigung“ der Sportschule der Bundeswehr hier in Warendorf. Wie Sie wissen, erfolgt hier die Betreuung im Rahmen eines Rehabilitationprogramms einschließlich individueller, durch Sportwissenschaftler angeleiteter Sport- und Bewegungsprogramme langfristig und fachübergreifend, mit dem Ziel der bestmöglichen medizinischen Versorgung. Die Fürsorgepflicht des Dienstherrn gebietet es, für jeden Bundeswehrangehörigen mit bleibenden Schäden und Funktionseinschränkungen ein bedarfsgerechtes, ganzheitliches und praktikables Gesundheitsmanagement sicherzustellen.

Ebenso wie anderen NATO-Partnern sind auch der Bundeswehr hier gesetzliche und finanzielle Grenzen gesetzt, so z.B. bei Betreuungsmaßnahmen für Familienangehörige oder der Ausstattung mit speziellen, behindertengerechten Sportgeräten für die Gemeinschaft. Durch die Beschaffung von Mitteln, Spenden und anderen Zuwendungen ebenso wie durch Öffentlichkeitsarbeit und Werbung wird die hervorragende Arbeit der beiden Dienststellen hier am Standort durch den FUAV projektbezogen unterstützt. Dies schließt ausdrücklich auch die Unterstützung der Angehörigen mit ein.

So konnten insgesamt seit Gründung rund 100.000 € an Spenden gesammelt werden, um Menschen mit und ohne Behinderung Sporterlebnisse auf „Augenhöhe“ zu ermöglichen. Hierfür haben größtenteils Soldaten für Soldaten gespendet, um ihre Verbundenheit zu dokumentieren. Zunehmend engagieren sich aber auch Bürgerinnen und Bürger für den Förderverein und seine Ziele, was bei den Betroffenen außerordentlich wertgeschätzt wird.

Dem FUAV liegt neben der finanziellen und materiellen Förderung besonders auch die ideelle Förderung von Versehrten am Herzen. Wir sind der Meinung, dass gesellschaftlicher Rückhalt und die Solidarität der Bevölkerung mit den Menschen in der Bundeswehr allgemein, wie aber auch mit unseren versehrten Soldatinnen und Soldaten und deren Familien im Besonderen, die zu ertragenden Belastungen deutlich mindern können.

Auf diesem Feld engagiert sich der FUAV aber nicht allein. Zusammen mit vielen weiteren Verbänden, Initiativen, Stiftungen und Vereinen, die sich der sozialen, finanziellen und menschlichen Unterstützung von Bundeswehrangehörigen und deren Familien verpflichtet haben, engagieren wir uns in dem „Netzwerk der Hilfe“.

Die Arbeitsgruppe 4 im Netzwerk der Hilfe, dessen Sprecher übrigens unser Vorsitzender, Major Stephan Wüsthoff ist, versucht durch abgestimmte Maßnahmen, die gesellschaftliche Wertschätzung für die Menschen in unserer Bundeswehr zu erhöhen und hat sich unter anderen zum Ziel gesetzt, die Gelbe Schleife bekannter zu machen.

Die Gelbe Schleife ist international ein Zeichen der Wertschätzung von Soldatinnen und Soldaten und hat sich als unpolitisches und überparteiliches Symbol der Solidarität der Zivilgesellschaft mit den Angehörigen der Bundeswehr etabliert.

Dem Aufruf zur Verwendung der Gelben Schleife als Ausdruck der Solidarität mit den Menschen in der Bundeswehr sind bereits viele Orte und Firmen gefolgt. So finden sich Gelbe Schleife an Unternehmen, Ortszufahrten, Rathäusern und selbst in der Staatskanzlei des Freistaates Bayern. Große Unterstützung erfahren wir dabei durch den Deutschen Städte- und Gemeindebund.

Wir freuen uns ganz besonders, dass nun auch die Stadt Warendorf sich der deutschlandweiten Aktion anschließt und die Gelbe Schleife als sichtbares Symbol der Solidarität und Wertschätzung mit den Soldatinnen und Soldaten unserer Bundeswehr im Rathaus aufhängt.

Bevor ich nun mit meinem Vorstand die Gelbe Schleife an die Stadt Warendorf übergebe, bitte ich zuvor um einen kleinen Augenblick des stillen Gedenkens an unsere Kriegsopfer.

Vielen Dank!

Alle auf den Bildern gezeigten Personen haben mit schriftlicher Einverständniserklärung (gemäß Europäischer Datenschutz Grundverordnung – EU-DS-GVO) der Veröffentlichung ihres Bildes zugestimmt.

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